Die Dorn-Breuss-Methode ist eine manuelle Behandlung der Wirbelsäule und der Gelenke. Anders als bei vielen chiropraktischen Techniken wird ohne ruckartige Impulse gearbeitet: Wirbel und Gelenke werden mit sanftem Daumendruck korrigiert, während Sie sich aktiv bewegen. Die Muskulatur bleibt dabei entspannt, und die Kontrolle über die Bewegung liegt jederzeit bei Ihnen.
In der Naturheilpraxis Romig in Bonn und Altdorf bei Nürnberg wird die Methode seit vielen Jahren angewendet. Johannes Romig hat sie bei Helmuth Koch gelernt, einem der frühen Schüler von Dieter Dorn und Mitautor des Standardwerks zur Dorn-Therapie. Heute gibt er die Methode selbst als Ausbilder weiter.
Herkunft der Methode
Der Allgäuer Landwirt und Sägewerksbesitzer Dieter Dorn (1938–2011) entwickelte die Methode in den 1970er Jahren aus der Volksheilkunde. Ergänzt wird sie durch die Wirbelsäulenmassage nach dem österreichischen Heilpraktiker Rudolf Breuß. Besonderer Wert wird auf die Basis des Körpers gelegt: Becken und Beinlänge.
Ablauf einer Behandlung
- Anamnese und Befund. Ihre Beschwerden und Vorerkrankungen werden erfragt; Beinlänge, Beckenstand und die Stellung der Wirbel werden geprüft.
- Korrektur von unten nach oben. Begonnen wird an Fuß-, Knie- und Hüftgelenk. Danach wird das Becken ausgeglichen und die Wirbelsäule bis zur Halswirbelsäule behandelt. Jede Korrektur wird unter Ihrer Bewegung ausgeführt, etwa durch Pendeln des Beines oder Drehen des Kopfes.
- Breuss-Massage. Mit Johanniskrautöl wird sanft und streichend direkt entlang der Wirbelsäule massiert. Die Rückenmuskulatur wird entspannt und die Behandlung abgerundet.
- Selbsthilfeübungen. Ihnen werden einfache Übungen für zu Hause gezeigt, mit denen das Ergebnis unterstützt wird.
Anwendungsgebiete der Dorn-Breuss-Methode
Rücken und Becken: Rückenschmerzen, Hexenschuss (Lumbago), Ischiasbeschwerden, Blockaden des Iliosakralgelenks (ISG), Beckenschiefstand und Beinlängendifferenz, Beschwerden bei Bandscheibenproblemen nach ärztlicher Abklärung.
Nacken und Kopf: Nacken- und Schulterschmerzen, Spannungskopfschmerzen, Schwindel mit Ursprung in der Halswirbelsäule nach ärztlicher Abklärung.
Gelenke: Knieschmerzen, Hüft- und Sprunggelenksbeschwerden, Schulterbeschwerden, Tennisarm, Mausarm und Sehnenscheidenreizungen.
Häufig wird die Dorn-Breuss-Methode mit Akupunktur kombiniert, etwa bei chronischen Rücken- oder Kopfschmerzen.
Gegenanzeigen
Bei frischen Verletzungen und Brüchen, ausgeprägter Osteoporose, akuten Entzündungen, Tumorerkrankungen im Bereich der Wirbelsäule und bei einem Bandscheibenvorfall mit Lähmungserscheinungen, Taubheit im Genitalbereich oder Blasen- und Darmstörungen wird nicht manuell behandelt. Diese Zeichen müssen sofort ärztlich abgeklärt werden. Während einer Schwangerschaft wird die Behandlung angepasst.
Dorn-Breuss-Methode oder Chiropraktiker?
Viele Menschen mit Rücken- oder Nackenbeschwerden suchen zunächst nach einem Chiropraktiker. Die Dorn-Breuss-Methode verfolgt ein ähnliches Ziel, nämlich blockierte Wirbel und Gelenke wieder beweglich zu machen, geht dabei aber einen anderen Weg. In der Chiropraktik wird häufig mit einem schnellen, kurzen Impuls gearbeitet, bei dem im Gelenk oft ein Knacken zu hören ist, während der Patient passiv liegt. Bei der Dorn-Breuss-Methode wird mit gleichmäßigem Daumendruck gearbeitet, während Sie das Bein pendeln oder den Kopf drehen; die Korrektur erfolgt in der Bewegung und ohne Ruck. Ergänzt wird die Behandlung durch die Breuss-Massage und durch Übungen, mit denen Sie das Ergebnis zu Hause selbst unterstützen. Für Menschen, die eine sanfte Behandlung bevorzugen oder denen schnelle Impulse an der Wirbelsäule unangenehm sind, ist die Dorn-Breuss-Methode deshalb eine Alternative zum Besuch beim Chiropraktiker.
Häufige Fragen
Ist die Dorn-Methode schmerzhaft? Die Behandlung wird von den meisten Patientinnen und Patienten als angenehm bis gut aushaltbar empfunden. Bei verspannter Muskulatur kann der Druck kurzzeitig unangenehm sein. Das Tempo wird von Ihnen bestimmt.
Wie viele Behandlungen sind nötig? Bei akuten Beschwerden oft eine bis drei Behandlungen, bei länger bestehenden Beschwerden mehr. Nach dem ersten Termin wird Ihnen eine Einschätzung gegeben.
Ist die Wirksamkeit wissenschaftlich belegt? Nein. Zur Dorn-Methode liegen keine kontrollierten Studien vor. Sie ist ein Verfahren der Erfahrungsheilkunde.
Was kostet eine Behandlung? Abgerechnet wird nach dem Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker (GebüH). Rechnen Sie pro Sitzung mit Kosten zwischen 100 und 150 €. Private Krankenversicherungen übernehmen die Behandlungen in der Regel, gesetzliche Krankenkassen in der Regel nicht. Bitte klären Sie die Erstattung vorab selbst mit Ihrer Versicherung. Die Praxis gibt keine Garantie für eine Kostenübernahme.
Wie finde ich qualifizierte Dorn-Therapeuten? Der Dornfinder listet Anwenderinnen und Anwender der Dorn-Methode, die ein anerkannter Ausbilder empfohlen hat. Dort ist Johannes Romig als Anwender, empfohlen von Helmuth Koch, und als geprüfter Ausbilder nach den Richtlinien der DORN-Bewegung e. V. eingetragen (Eintrag ansehen).
Über den Autor: Johannes Romig, Heilpraktiker seit 2017, Mitglied im Fachverband Deutscher Heilpraktiker e.V., geprüfter Dorn-Ausbilder (DORN-Bewegung e.V.), Schüler von Helmuth Koch. Behandlungsschwerpunkte: Dorn-Breuss-Methode, Akupunktur und chinesische Kräuterheilkunde in Bonn und Altdorf b. Nürnberg.